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Beurteilung des Modelles von Centre Patronal

Das Centre Patronal, Lausanne, hat im September 2020 ein Modell publiziert für ‘eine nachhaltige, moderne und soziale Reform der Altersvorsorge’.

Wir beurteilen den Teil ‘Berufliche Vorsorge BVG’ dieses Modelles im Hinblick auf eine eventuelle Überführung ins Gesetz als verbindlicher minimaler BVG-Vorsorgeplan.

Lesen Sie die  Studie Modell Centre Patronal 2020

Das Centre Patronal hat schon 2017 ein Modell für die Revision des BVG ausgearbeitet. Wir haben dieses damals auch einer Prüfung unterzogen.

Die Beurteilung von damals kann aufgerufen werden unter  Vorschlag des Centre Patronal 2017

Ka E.

BVG-Revision – Die neuen Vorschläge

Wir analysieren und beurteilen die neuen Vorschläge zur BVG-Revision der Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie des Gewerbeverbandes. Dabei fokussieren wir insbesondere auf die versicherungstechnische Umsetzung und auf die Zielerreichung der beiden Vorschläge.

Wir verfolgen in dieser Arbeit keinerlei politische Ziele. Beurteilung aus fachlicher Sicht.

Das Ziel der Eliminierung und des nachhaltigen Stopps der Umverteilung von Mitteln der Aktivgeneration zur Rentnergeneration ist in der Praxis nur mit der Einführung einer Rentenumwandlungssatzgarantieprämie (UGB) zu erreichen. Wir schlagen deshalb vor, den UGB ausdrücklich in das Gesetz, d.h. ins Obligatorium aufzunehmen.

Rufen Sie die Analyse auf.

Es geht um viel Geld, das von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in die Vorsorgeeinrichtungen jährlich neu einbezahlt oder in diesen generiert werden muss.

Ka E.

Revision BVG – neuer Vorschlag

Nach der Ablehnung des Bundesgesetzes über die Altersvorsorge im Herbst 2017, haben wir ein neues Modell für die Revision des BVG ausgearbeitet. Dabei haben wir nicht nur die Leistungsseite, sondern auch die Kostenseite analysiert und ins Auge gefasst.

Hauptziel des neuen Modelles ist, die Senkung des Umwandlungssatzes zu kompensieren und die ungerechte Umverteilung der Sparguthaben von der Aktivgeneration zu den Altersrentnern zu eliminieren. Um eine Umverteilung nachhaltig zu eliminieren werden – im Modell ermittelt und aufgezeigt – um die 24 % höhere Personalvorsorgekosten anfallen. Damit nicht noch höhere Kosten anfallen, verzichten wir auf eine Erhöhung bzw. Ausbau der Zweiten Säule für die obligatorische Versicherung, wie sie in der Bundesgesetzvorlage vorgesehen war. Damit werden insbesondere Tieflohnbranchen nicht mit noch höheren Kostensteigerungen belastet.

Ob die Politik der Realität ins Auge blicken wird, und den Mut zu einer nachhaltigen Revision des BVG aufbringt?

Überprüfen Sie den neuen Vorschlag und drucken Sie es aus.

Das neue Modell haben wir mit Fachleuten diskutiert. Lesen Sie die Korrespondenz
zur Funktionsweise des Modells
und
zur Finanzierung des Modells

Wir haben noch analysiert, welche Auswirkungen ein höheres Referenzalter zur Folge hätte.
Lesen Sie das E-Mail

Die Auswirkungen eines höheren Referenzalters auf die Kosten haben wir als Ergänzung in den Vorschlag aufgenommen.

Ka E.

Nachtrag
2.5.2019

Eine Revision des BVG fand bislang nicht statt, nicht einmal von einer Vorbereitung hiezu ist zu hören. Kein Politiker will sich mit einer Beitragserhöhung von über 20 % exponieren.

Die Unterfinanzierung der beginnenden Renten bleibt. Der Transfer von Mitteln der Aktivgeneration zu den Rentnern bleibt. Dies ist ungerecht und verantwortungslos, führt letztendlich zum Kollaps der Zweiten Säule.

Eine BVG-Revision wäre mit sehr wenigen Änderungen im Gesetz realisierbar. Wenn sie nachhaltig sein will, ist die Aufnahme des

Rentenumwandlungssatzgarantiebeitrags (UGB)

ins Obligatorium zwingend notwendig. Siehe unseren neuen Vorschlag (hier oben aufrufbar).

Bei unseren Überlegungen sind wir in der Folge zum Schluss gekommen, dass der Rentenumwandlungssatzgarantiebeitrag (UGB) schon jetzt eingeführt werden kann, freiwillig. Wir haben dazu Modellrechnungen erstellt. Rufen Sie sie auf:

Keine Gesetzesrevision – Berechnung des UGB

Ka E.

Reform Altersvorsorge 2020 – Teil BVG

Im BVG soll der Rentenumwandlungssatz von 6.8 % auf 6.0 % gesenkt werden. Die daraus resultierende Absenkung der Altersrenten soll einerseits mittels höheren Beitragssätzen und eine neue Berechnungsmethode für den Koordinationsabzug und anderseits durch eine generelle Erhöhung der AHV-Renten (für Neurentner) kompensiert werden. Die Volksabstimmung ist am 24. September 2017.

Festzuhalten ist, dass von dieser Neuregelung allein BVG-Minimalpläne konkret betroffen sind, somit etwa 20 % der versicherten Arbeitnehmer. Rund  80 % der Arbeitnehmer sind in Vorsorgeeinrichtungen mit umhüllenden Plänen versichert. Diese legen den Umwandlungssatz und die Art der Berechnung der versicherten Leistungen autonom fest.

Wir haben die neuen Regeln und deren Auswirkungen auf die versicherten Altersrenten, aber auch auf die Kosten analysiert. Schauen Sie sich die Modellrechnungen an.

Beurteilung:

Die Politiker sprechen und argumentieren, die abgesenkten BVG-Altersrenten würden durch eine zusätzliche AHV-Altersrente von CHF 840 im Jahr kompensiert. Effektiv wird aber bereits innerhalb des BVG kompensiert mittels höheren Beitragssätzen und mittels einer neuen Art der Berechnung des Koordinationsabzuges. Diese neue Art der Berechnung des Koordinationsabzuges bewirkt insbesondere, dass die BVG-Altersrenten asymmetrisch angehoben werden. M.a.W. im unteren Einkommenssegment resultiert eine starke Überkompensation, während im mittleren und oberen Lohnsegment fast ganz kompensiert wird.

So erscheint die zusätzliche AHV-Rente (generell ausgerichtet an alle AHV-Rentenberechtigten) eigentlich als Zugabe. Kosten: 1.4 Milliarden pro Jahr. Man wird den Verdacht nicht los, dass die Linke die vom Volke abgelehnte AHV-Rentenerhöhung bei dieser Gelegenheit doch noch durchbringen will.

Der Vorlage muss man zugute halten, dass sie eine Rentenumwandlungssatzgarantieprämie einführt. Die Vorsorgeeinrichtungen sind damit angehalten, Lücken bei der Umwandlung in die Altersrente vorausschauend durch eine Zusatzprämie zu finanzieren und nicht durch die Querfinanzierung der Aktivgeneration. Der in der Vorlage vorgesehene Rentenumwandlungssatz von 6.0 % ist schon heute vielfach zu hoch, heute realistisch wäre ein Satz um die 5.0 %. Damit werden die BVG-Minimalkassen faktisch vom Gesetzgeber angehalten, zu umhüllenden Kassen zu werden, also höhere Beiträge zur Sicherung des gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsniveaus zu erheben.

Fazit: Die Revision des BVG hat zur Folge, dass für das untere Einkommenssegment, wohl meist in wirtschaftsschwachen Branchen, unverhältnismässig höhere Personalvorsorgekosten anfallen. In unserer Modellrechnung resultiert eine Erhöhung von 41.16 %.

Wie abstimmen?

Wer das Rentenniveau in BVG-Minimalplänen, vor allem für das untere Einkommenssegment stark anheben will, und wer eine zusätzliche AHV-Altersrente von CHF 840 (generell für alle Neurentner) befürwortet, muss der Vorlage zustimmen.

Wer einen neuen Kosten- und Regulierungsschub, der hätte vermieden werden können, befürwortet, muss der Vorlage zustimmen. Die Reglemente sämtlicher Vorsorgeeinrichtungen müssen überarbeitet, die Schattenrechnung neu programmiert werden.

Was, wenn die Vorlage abgelehnt wird? Kassen mit BVG-Minimalplänen sind gehalten, autonom eine Rentenumwandlungssatzgarantieprämie einzuführen, um die Rentenfinanzierungslücke zu schliessen bzw. die Umverteilung von den Aktiven zu den Rentnern zu stoppen. Sie werden damit zu umhüllenden Kassen. Reine Minimalpläne dürfen auf dem Vorsorgemarkt nicht mehr angeboten werden.

Hier finden Sie die Vorlage.

Und konsultieren Sie auch die Käppeli-Kurve.

Vergessen Sie nicht, den Kommentar von Prof. Silvio Borner zu lesen.

Ka E.

Berufliche Vorsorge BVG – Anpassung Umwandlungssatz

Anpassung Umwandlungssatz an die erhöhte Lebenserwartung
Zusammenfassung und Fazit 
Der gesetzliche Umwandlungssatz soll nach Beschluss des Ständerates von 6.8 auf 6.0 gesenkt werden. Mit dem Umwandlungssatz wird aus dem Altersguthaben die Höhe der minimalen BVG-Altersrente festgelegt.

In einer Studie zeige ich auf, dass in der Praxis nur bei BVG-Minimalkassen heute eine Finanzierungslücke besteht, also ein Transfer von Mitteln von der Aktivgeneration zu den Rentnern erfolgt. In umhüllenden Kassen dürfte längst mit einem tieferen Umwandlungssatz gerechnet worden sein (oder hätte sollen!), heute wohl meist 5.8 und künftig mit 5.6. Vor allem Kassen mit hohen Leistungen wären sonst längst zahlungsunfähig geworden (Die Stiftungsräte haften persönlich bei fahrlässiger Geschäftsführung!)

Das Problem stellt sich somit nur bei BVG-Minimalkassen d.h. bei einer Minderheit der versicherten Arbeitnehmer.

Die Studie zeigt weiter, dass bei Senkung des Umwandlungssatzes auf 6.0 die Finanzierungslücke nicht eliminiert, sondern bloss reduziert wird. In der Modellrechnung 1 z.B. von CHF 24’709 auf CHF 8’236. Der Transfer von angesparten Altersguthaben der Aktivgeneration zu den Rentnern bei BVG-Minimalkassen geht somit weiter – wenn auch in vermindertem Umfang – bzw. die Finanzierungslücke muss weiter durch höhere Kapitalerträge oder freie Mittel der Pensionskasse gefüllt werden………….

Rentenumwandlungssatz BVG

Publiziert am 6.2.2011 von Benno

Der Rentenumwandlungssatz für die Obligatorische Berufliche Vorsorge muss gesenkt werden. Er ist zur Zeit auf 6,8 und soll sukzessive auf 6,4 gesenkt werden (Jährliche Rentenhöhe in % des Kapitals im Alter 65). Die Senkung ist notwendig, weil die Lebenserwartung zugenommen hat. Wer schon etwas von Zinseszins- und Rentenrechnung, und Wahrscheinlichkeiten (hier Erlebens-/Todesfallwahrscheinlichkeiten) gehört hat, sollte nachvollziehen können, dass wenn die Leute im Durchschnitt länger leben das mit 65 vorhandene Kapital über eine längere Zeit zur Zahlung der Renten reichen muss, also der Rentenumwandlungssatz tiefer angesetzt werden muss.

Das Problem ist nun, dass alle Renten bis ans Lebensende garantiert sind. Damit das Kapital trotzdem bis ans Lebensende reicht, könnte natürlich versucht werden, einen höheren Ertrag auf dem vorhandenen Kapital zu erwirtschaften, es z.B. spekulativer anzulegen. Zu was dies führt, haben wir ja in den letzten Jahren nun erfahren. Wenn der Rentenumandlungssatz nicht gesenkt werden sollte, werden die bereits laufenden Renten von den Beiträgen der aktiven Generation bezahlt werden müssen. Das ist nicht in Ordnung. Das ist Beitragsklau!